Trampen durch Südamerika: Arequipa – Santiago

Ich wollte schon immer Trampen ausprobieren. In Deutschland ist es nicht üblich, aber in Südamerika scheint es ganz normal per Anhalter zu reisen!

Endlich konnte ich mich mal durchringen per Anhalter durch Südamerika zu reisen. Zwar nicht alleine, da mich mein argentinischer Freund begleitet hat, aber macht ja nix. So war die Kommunikation zwischen den Anhaltern wesentlich einfacher. Da jeder mir gesagt hat, dass Trampen in Südamerika so easy sein soll, muss ich das während meiner Reise ja auch mal machen. Mitte Oktober wird mich ein Freund aus Deutschland in Santiago besuchen, also musste es mittlerweile schnell gehen. Immerhin hatten wir schon den 9ten Oktober. Und bald geht ja schon ans richtige Arbeiten in Pucon!

Mein Ziel: Innerhalb von 3 Tagen von Arequipa (Peru) nach Santiago (Chile) zu trampen und so wenig Geld ausgeben wie möglich. Mehr als 2.400 km mussten wir zurücklegen.

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Tag 1

Früh morgens sind wir also los und mussten mit dem Bus erstmal aus der schönen sonnigen Stadt raus. Arequipa war wirklich schön. Da mein Handy in Cusco geblieben ist, konnte ich leider keine weiteren Fotos machen. Aber es war warm… und Mosquitoreich! Während wir am Ausgang/Eingang der Stadt auf den ersten Anhalter in Richtung Tacna (Letzte peruanische Stadt vor der Grenze Chiles) gewartet haben, wurden wir von den kleinen Mistviechern gut durchgestochen.

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10 Minuten haben wir gewartet bis uns der erste schon über die Hälfte der Strecke mitgenommen hat. Ein kleines Wasser gab es Gratis dazu!

Beim zweiten konnten wir nicht mal die Zigarette aufrauchen. Zwei relativ junge Männer haben uns gleich bis nach Tacna mitgenommen. Uns Eis und Mittagessen spendiert und in Tacna gleich Richtung Chile rausgelassen. Super nette Menschen und hat meine Ansicht des trampens um einiges besser gemacht. Klar ist das nicht der Regelfall.

Zur Grenze haben wir vielleicht 15 Minuten gewartet bis uns einer mitgenommen hat und sobald wir in Chile waren, fanden wir auch gleich jemanden, der uns nach Arica (erste und nördlichste Stadt Chiles) mitgenommen hat. Nach der chilenischen Uhr, zwei Stunden nach der peruanischen, waren wir zum Sonnenuntergang um 19 Uhr in der Stadt. Mein Ziel für den Tag war erreicht, aber wir probierten trotzdem noch über Nacht näher nach Santiago zu kommen. Wir hatten ja Zeit, aber leider kein Glück und so schlugen wir das Zelt auf und warteten auf den nächsten Morgen.

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Ausgaben: 3,60 Soles für den Bus, 5 Soles für Zigaretten = 8,60 Soles / ca. 2,20 EUR
Zurückgelegte Kilometer: 432 km in 7 Stunden inkl. Grenzübergang.
Ausgegeben bekommen: Halber Liter Wasser, Eis, Rohrzucker irgendwas (nicht komplett essbar), Mittagessen, Brot

Tag 2/3

Das Gute am unterm Himmel schlafen: Man wacht früh auf. Um 8 Uhr in der Früh waren wir schon startklar und bereit Arica zu verlassen. Die Autos waren das leider nicht. So viel Glück, wie am Vortag sollten wir nicht haben. Wir warteten an der Panamericana unter der Wüstensonne Aricas. Und warteten bis Mittags und keiner hielt an. Was war nur mit Chile los? Wir beschlossen schon zu Fuß zur nächsten Stadt zu marschieren, die hoffentlich bald kommen wird. Pustekuchen!

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Nach 7-8 Stunden hielt tatsächlich ein Truck an. Zwar nicht wegen uns, aber er fuhr in Richtung Santiago und nahm uns mit! Es stellte sich heraus, dass er uns sogar bis nach Santiago mitnehmen wird! Die nächste Stadt sollte übrigens hinter den Bergen, zig Kilometer entfernt sein. Ein Engel wurde geschickt! 

Ausgaben: ca. 2400 CLP für Kaffee und Cookies = 3,26 EUR
zurückgelegte Kilometer: 3 Km zu Fuß; ca. 2040 km mit dem Truck
Ausgegeben bekommen: Ein Menü mit Suppe und Backfisch + Getränk, Completo (chilenischer Hot Dog mit Avocado, Mayo, Ketschup und Senf), Cola, Zigaretten, Empanada. Freie Rastduschen und ein Bett zum schlafen.

So kamen wir in der Nacht vom 11.10 auf den 12.10 in Santiago an! Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein. Ich habe doch sehr die Metro vermisst. Alles fühlt sich vertraut an und sogar der Geruch der Stadt, der Hostels weckt Erinnerung von vor 3 Monaten.

Meinungen, Erfahrungen, Kommentare? Mich würde sehr interessieren, ob wir einfach Pech hatten oder Chile einfach nicht so offen für Tramper ist. 🙂

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