Lunar New Year Saigon!

Schonmal zum Lunar New Year in Asien gewesen? Das war ein großes Ziel von mir, also ging es zum Feiern in die Südliche Hauptstadt Vietnams: Saigon!

Ich wollte unbedingt einmal Silvester nach dem Chinesischen Neujahr feiern. Deswegen habe ich mein Flug so getimt, dass ich direkt am Abend in Saigon / Ho Chi Minh City ankam. Das Chinesische Neujahr wird überall in Asien übrigens „Lunar New Year“ genannt. Länderstolz und so.

Ob es eine so gute Idee war, mein Flug von Bangkok direkt an dem Abend zu buchen, kann ich nicht sagen. Er war jedenfalls nicht ungewöhnlich teuer. Leider kam ich abends super fertig in Saigon an und konnte mich so schnell gar nicht auf die Menschenmassen und die vielen Lichter einstellen. Dort herrscht ein Straßenchaos sag ich euch. Da ist die Shibuya Kreuzung in Japan ein Witz dagegen. Die Allgemeine Regel in Vietnam ist daher: Nicht gucken, einfach langsam über die Straßen gehen.

Und es stimmt!

Anfangs hat man ein bisschen Angst, aber man bemerkt, dass die Autos um einen herum fahren.

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Ganz klar. Asiatische Verhältnisse. Ein spitzen Feuerwerk über dem See an der Main Plaza. Der Rest des Ablaufes war ein bisschen fremd. Wir sind relativ früh, wie jeder andere auch, zum Main Plaza gegangen. Also wieder gewalltige Menschenmassen die durch die Stadt strömen. Man sucht sich ein nettes Fleckchen am See, setzt sich im Kreis und spielt auf dem Boden Karten oder anders, bis stunden später, dass Neujahr mit dem Feuerwerk eröffnet wird. Kein Countdown, aber jeder beglückwünscht sich herzlich mit „Chuc mung nam moi“ – Frohes neues Jahr. Für mich begann also das Jahr des Ziegenbocks mitten im Februar.

Danach löste sich alles langsam auf. Wir sind in eine Bar gegangen und haben noch etwas getrunken, bevor wir zurück ins Hostel gegangen sind.

Ja und danach?

Danach war erstmal 1-2 Tage Ruhe. Alles war geschlossen. Nur das nötigste hatte auf. Die Tour- und Busagenturen haben die Preise fast um das doppelte angehoben in den ersten 5 Tagen, weil… genau… Es sind Feiertage!

So habe ich für die Cu Chi Tunnels und den Cao Dai Tempel  90.000 Dong mehr bezahlt als eigentlich nötig gewesen wäre. Aber auch da hat das Universum mir ein Strich durch die Rechnung gemacht. Aber mal zum positiven:

Die Nacht bevor die Tour losging, haben wir mit Bier und guten Essen und Gesellschaft der Einheimischen vor dem Hostel verbracht. Daraus ergab sich die Einladung des Hostelbesitzers doch am nächsten Tag mit seiner Familie das Neujahr zu feiern! Es gibt leckeres Essen und traditionelle Bräuche. Perfekt!

Aber die frisch gebuchte Tour…

„Gar kein Problem. Mein Zuhause ist nah dem Tempel. Du machst den ersten Teil mit und ich hol dich dann vom Tempel ab und nehme dich mit.“

Risikoreich. Aber Lunar New Year mit Einheimischen traditionell zu feiern. Besser geht es doch nicht!

Aufregendster Tag

Zwei Stunden habe ich geschlafen, als um 4 Uhr morgens der Wecker für die Tour klingelte. Ich zog eine lange Hose an und nahm meine Strickjacke mit. Aus Respekt der Tradition: „Nicht zu viel Haut zeigen. Knie und Schultern bedecken.
Bei Subway gab es um die Uhrzeit schon Frühstück und dann ging es auch los. Am ersten Stop der Fahrt, holte ich mir ein Kaffee, den ich mir natürlich auch sofort über mein Oberteil goß. Klasse. Braun auf Grün fällt ja gar nicht auf.

Beim Cao Dai Tempel angekommen, haben wir das Morgengebet miterlebt und hatten dann noch ein bisschen Freizeit bis wir weiter fuhren sollten. Ich blieb mit meinem Einheimischen in Kontakt und wie am Abend zuvor besprochen, ließ ich den Bus sausen. Und tatsächlich hat es dort auch keinen gekümmert. Der Bus ist pünktlich auch ohne mich losgefahren. Tja..

 

Ring Ring. Telefon klingelt – Dai ist dran.

„Sarah kannst du doch den Bus bis zu den Cu Chi Tunnels nehmen? Ich hab mich verschätzt, der Tempel ist zu weit weg, wir würden über eine Stunde zu spät zum Essen kommen.“

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Das musste ja passieren. „Dai mein Bus ist schon weg:“

Also suchte ich jemanden, der vietnamesisch konnte, beim Torwächter hatte ich schon mal kein Glück, dsc_1355der wollte patu nicht das Telefon nehmen. Aber eine nette Vietnamesin (mit guten Englisch) kam mir zu Hilfe und so diskutierte Sie mit Dai aus, dass Sie mich zur Hälfte mit nimmt und einen Treffpunkt zur Übergabe.  Es stellte sich heraus, dass Sie eh auf den Weg zurück nach Saigon gewesen wäre. Sie hätte mich auch komplett mitgenommen. Diese Dame hat mir mein Tag gerettet. Mit dem Scooter fuhren wir zu Ihrem Haus, wo ich mit Getränken versorgt wurde und dann ging es weiter Richtung Treffpunkt.

Traditionelles Neujahrs Essen mit Einheimischen

Das Spektakel hat sich gelohnt. Ich werde diesen Tag wohl nie vergessen und bin so dankbar, alles miterleben zu dürfen. Das Essen der Familie war einfach super lecker. Ich wurde herzlich aufgenommen und ein großer Teil sprach Englisch mit mir. Alle waren Sie interessiert und mit Dai’s hilfe konnte ich mich auch auf vietnamesisch für das gute Essen bedanken. Am Abend wurde Lucky Money mit Segnungssprüchen überreicht. Auch ich bekam welches von der Familie und gab welches zur Grandmam von Dai. Auf vietnamesisch natürlich.

Es war eine super herzliche Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Den ganzen Tag. Abends in  Saigon wieder angekommen, lud Dai mich noch zum Essen ein und zeigte mir traditionelles vietnamesisches. Bei der Pork Brain Soup bin ich aber ausgestiegen. Das war doch etwas zu viel.

Und sonst die Stadt?

Wie gesagt, dass meiste war zu. So blieb nur ein Kirchenrundgang.
Saigon ist wohl der westlichste Teil des Landes. Hier gab es alles. Mc Donalds, KFC; Starbucks, Subway und richtige Einkaufsläden. Leider kein 7/11 mehr, wie in Thailand, aber ein K-Kiosk. Übrigens auch nur in Saigon. Im Rest des Landes gibt es sowas wie einen Supermarkt nicht mehr.

Habt Ihr schon mal etwas ähnliches erlebt oder das Lunar New Year in Asien verbracht? Ich bin gespannt eure Geschichten zu hören.

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