Die nicht so schönen Seiten des Reisens

Reisen ist nicht immer so schön und aufregend wie man denkt. Auch wir Traveller haben Tiefpunkte oder erleben Situationen, die richtig beschissen laufen.

Ich erinnere mich nur zu gern an meine erste, schlimme Erfahrung in Thailand, wo ich mit einer schlimmen Bindehautentzündung und einem 200 EUR Schaden zu kämpfen hatte. Hätte ich in der Zeit nicht so außergewöhnliche Menschen getroffen, hätte ich wahrscheinlich frühzeitig meine Sachen gepackt. Verloren, Angeschlagen und alleine in einem fremden Land, so möchte man sich nicht unbedingt fühlen. Wer schon mal nachts zum Notarzt musste, weil das Auge so schmerzte und stach, eine Augenspülung hinter sich hatte und mit einem Eyepatch durch die Straßen gelaufen ist, weiß ungefähr, wie ich mich gefühlt habe. Mehr dazu hier.  Die Angst, dass man nicht die nötige Behandlung bekommt, die man gewöhnt ist, ist sehr groß.  Auch wenn man hinterher daran gewachsen ist, im Zeitpunkt der Not kann der gewohnte Rückhalt fehlen und dich Niederschlagen.

Verloren Sachen

Ich weiß nicht ob ich einfach super schusselig bin (Ich bin schusselig, das weiß ich!), aber ich habe in Südamerika in 4 Monate unendlich viele Sachen verloren, die teilweise auch ersetzt werden mussten. Angefangen mit Klamotten & Unterwäsche, die man von der Laundry nicht wiederbekommt, weil alle Sache eines Hostels zusammen gewaschen werden. Geld, welches man unbemerkt beim Einkaufen verliert oder einem doch in einem unaufsichtigen Moment genommen wurde. Man fühlt sich verarscht. Gerade, wenn alles an einem Ort passiert. Egal ob das Essen auf einmal Weg ist, das Handtuch nicht mehr da ist oder die Bettdecke auf einmal nicht mehr in deinem Bett ist. Oh und natürlich, wenn man unter unehrlichen Backpackern ist und das Handy verschwindet und nicht wieder auftaucht. That sucks. Ernsthaft. Als ich in Loki Hostel Cusco mein Volunteering als Bartender gemacht habe, verlor ich in zwei Wochen mein Handy, mein Handtuch wurde mir entwendet und mein geliehenes Handtuch auch! Duschzeug in der Dusche vergessen und nix davon wurde gefunden und . Das lässt dich nicht nur an andere zweifeln, sondern auch an dich selbst. Vorallem, weil man selbst meistens dafür verantwortlich ist.

Lost Liste

  • Lieblingspulli
  • Socken und Unterwäsche!
  • Tops
  • Duschzeug und Nagelklipper
  • Handtuch
  • Handy
  • 40000 CLP = ca. 50 EUR
  • Fast die Kreditkarte

Dinge, die ungefragt entfernt wurden

  • Meine Bettdecke
  • Meine Handtücher in Lima und Cusco => Cusco lost
  • gekauftes Essen und Zutaten

Dabei habe ich mich nie unsicher gefühlt. Außer. dass man einmal versucht hat mir das Geld aus der Tasche zu entwenden, aber sonst. Normalerweise leben wir Backpacker das gleiche Leben und wir wissen, wie es sich anfühlt, wenn etwas entwendet wird und sind deshalb ehrlich und Respektvoll anderen gegenüber. Eigentlich.

Touristenfallen

Jeder kennt sie. Jeder hört davon. Alle sind vorsichtig. Trotzdem trifft es dich irgendwann. Ich bin persönlich in eine sehr professionell geplante Raubaktion geraten:

Am Plaza de Armas in Santiago de Chile saßen wir auf der Bank und wurden mit irgendetwas bespritzt. Die Dame neben mir, bat uns sofort Ihre Hilfe an und gab uns Tücher zum sauber machen. Derweil nahm Sie meinen Rucksack vom Boden und packte in neben/hinter mir auf der Bank. Ihr Kollege saß hinter uns auf der Bank und versuchte unauffällig meinen Rucksack zu nehmen. Mein Partner hatte zum Glück ein besseres Gespür und hat es rechtzeitig gemerkt.

Sowas passiert irgendwann jedem. Egal ob falsche Tuk Tuks in Thailand, die dich sonst wo aussetzen und eine Touristen Information in der Nähe ist, die dein Geld will oder Raubaktionen überall oder Taxifahrer, die deine Kreditkarte unauffällig tauschen, dich irgendwo hinfahren, wo Leute dich gewaltlich berauben wollen oder einen falschen Betrag für die Kartenzahlung eingeben.

Man ist in den armen Ländern nicht 100 % sicher vor sowas. Auch wenn man sich nicht unsicher fühlt.

Homesick

Dann kommen natürlich die Momente, an denen man Heimweh hat. Weil einem keiner versteht, man sich verloren fühlt, irgendwelche bekannte Musik, Situation oder Feste einen an zu Hause erinnern. Jeder Reisende kennt das Gefühl. Meistens hält es nicht lange an, aber taucht trotzdem auf. Als ich von Arica direkt nach Santiago in einem Truck getrampt bin, hat es sich angefühlt wie nach Hause kommen. Nur das dort nicht die Familie wartet sondern ein neues Abenteuer (oder Probleme). Dieses Gefühl, weil man an einem bekannten Ort zurück kehrt. Natürlich habe ich mich trotzdem richtig gefreut wieder in Santiago zu sein. Ich mag die Stadt einfach und bekam Besuch von der Heimat.

Probleme, die nicht aufhören

Situationen, die sich nicht lösen lassen / wollen? Ein gelöstes Problem, aber trotzdem taucht wieder eins auf? Wie Chile ist so teuer? Ich denke auch das kennt jeder. Du denkst alles ist wieder in Ordnung und du kannst dich irgendwo mal entspannen und dann verlierst du dein Volunteer, hast kaum Geld für eine neue Unterkunft und findest kein anderes Volunteer. Dann findest du eins, aber dann schmeißen Sie dich nach ein paar Tagen doch wieder raus, weil sie Probleme mit der Begleitung haben. Auf zum nächsten Ort, feste Arbeitszeiten und endlich ein Einkommen und Arbeit für wenige Monate und plötzlich klappt auch das nicht! Schwupps, steht man wieder in Schwebe, weiß nicht wohin und muss sorgt sich mehr, als man genießen kann. Aber immer Munter und optimistisch bleiben! Auch wenn es hart ist, es wird wieder besser! Denn sobald man dann wirklich an einem Ort ist, den man mag, mit den Leuten zurechtkommt, erscheint alles wie vergessen. Es gibt immer einen Weg!

Es geht natürlich immer schlimmer. Solange es nur Wertgegenstände und nicht deine Sicherheit beeinträchtigt, dich nicht in Lebensgefahr bringt oder ähnliches, ist alles erträglich und gut Hand zu haben. Aber natürlich möchte man einfach sorglos reisen, alles entdecken und anschauen ohne irgendwelche Komplikationen!

Erfahrungen? Schlimmste Situation, die euch während des reisens passiert ist? Eure Einstellung zu den nicht so schönen Seiten des reisens? Kommentare sind gerne gesehen 🙂 

 

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