Atacamawüste – Von Steinen und Geysiren

Die Atacamawüste ist mit einer jährlichen Niederschlagsrate von 0,5 mm die trockenste Wüste der Welt!

23 STUNDEN! 23 Stunden im Bus von Santiago de Chile bis nach Calama, die Stadt bei der man umsteigen muss, um in den nächsten Bus nach San Pedro de Atacama zu nehmen. Das ist eine Distanz von 1.535 km! Zum Vergleich: Von Flensburg in Deutschlands Norden bis nach Kempten in den Süden sind es nur 928 km!

Von Santiago fährt sonst nur Turbus direkt nach San Pedro. Der Preisunterschied ist aber gewaltig. Während die Preise bis nach Calama bei 25.000 CLP liegen (Der Bus nach San Pedro kostet 3.000 CLP), kostet der Direktbus 37.500 CLP. Für Low Budget Backpacker wichtig zu wissen. Wer die Strecke nicht im Bus verbringen möchte, kann natürlich auch bis Calama fliegen.

San Pedro ist eine Stadt?

Ich kam an und wollte natürlich in die Wüste. Mit meiner Frage „Ich möchte nach San Pedro“ kam ich nicht weit, denn die Antwort „Du bist aber in San Pedro“ half mir nicht den Weg zu finden. Anscheinend war ich nicht gut informiert, denn San Pedro ist nur die Stadt und der meist angereiste Anhaltspunkt in der Atacamawüste. Ups..!! 🙂

Zum Glück war ich an einem riesen Touristenort und fand schnell Anschluss an jegliche Agenturen, die die verschiedensten Ecken der Wüste befahren. Die Preise gehen dabei von 8.000 CLP für Valle de la Luna bis 45.000 CLP für die Tagestour der roten Steine. Inklusive Abholtransport und mindestens 1 Essen.

Was leider in den Preisen nicht enthalten ist, sind die Eintrittspreise in die Reservate. Dafür geben die Agenturen einen Discount, wenn du drei Touren oder mehr buchst. Macht man nicht? Macht man! Denn die Wüste hat sehr viele interessante Orte zu bieten.

Die beliebtesten Touren sind „Las piedras rojas“, „Geyser del Tatio” und “Valle de la Luna”. Valle de la Luna ist nachmittags um 16:00 Uhr und dauert nur ein paar Stunden. Ich hab die nicht mitgemacht, schließlich hab ich ein Mondtal schon in Bolivien gesehen, (siehe hier:) und es hat auch zeitlich nicht gepasst. Stattdessen ging es gleich mit der Tagestour los zu „las piedras rojas“ Übst: Die roten Steine.

Las piedras rojas

Die Tour beinhaltet nicht nur ein Meer aus roten Steinen, sondern auch verschiedene Anhaltepunkte zu Lagunen und der chilenischen Salzwüste. Ich habe diese mit der Agentur von Flamingo gemacht und kann sie sehr empfehlen. Morgens um 7 wird man abgeholt, und dann fährt man auch erstmal ein bisschen. Erstes Anlaufziel ist die Salzwüste!

Sie erstreckt sich auf 48km² groß und liegt in 4310 m Höhe und wenn man Glück hat, sieht man hier die ersten Flamingos. Wir hatten weniger Glück und sahen leider nur einen. Dann gibt’s erstmal Frühstück und die Lagunentour geht los. Die Lagunen sind mitten zwischen Dünen, schimmernden Bergen und Vulkanen. Es ist ruhig und sehr windig, aber magisch.

Zum Schluss geht es dann zu den „Piedras rojas“.  Eine wunderschöne Lagune umringt mit riesigen roten, glatten Steinen und Bergen. Der frische Wind zieht auch hierhin und würde sagen, hier war die kälteste Stelle. Die Lagune ist umringt von Berggebirgen und Vulkanen, die im Sonnenlicht Regenbogenschimmern. Es ist einfach wunderschön.

Geyser del Tatio

Ich hatte ja nicht viel Zeit in San Pedro. ZUM GLÜCK. Sonst wäre ich wohl mein hart erarbeitetes Geld fix wieder losgeworden. Der Ort ist wirklich Spannend. Mir ist sofort eine Heißluftballonfahrt über der Wüste ins Auge gestochen. Bei einem stolzen Preis von 150 $ viel es mir zwar immernoch schwer „No“ zu sagen.

Also ging es für mich zu den Geysiren… und Sie waren unglaublich! Das Gebiet liegt am Vulkan El Tatio mit über 4000m ü. NN. Es erstrecken sich rund 30 andauernd aktive Geysire dort von insgesamt 80 Quellen. Die Quellen erreichen eine Temperatur von bis zu 86 °C!

Zur Tour

Morgens um 5 wird man abgeholt. Bloß warm anziehen! Oben angekommen, gibt es erstmal Frühstück mit Ausblick auf die tobenden Geysire. Zum Sonnenaufgang durften wir uns nicht überall aufhalten, da die Geysire mit dem Temperaturwechsel auch Ihre Stimmung ändern und gerne ein bisschen aktiver brödeln. Wir wurden sogar gewarnt nicht von den vorgezeigten Wegen abzukommen, weil jemand mal in eine Geysirquelle gefallen ist, als der Geysir seine Richtung geändert hat. Sie konnte nix mehr sehen und kam vom Weg ab…

Zwei Stunden oder mehr hält ich an sich oben auf. Kann sich jeglichen Ursprung von Geysiren in jeder Größe anschauen. Das ganze Gebiet dampft. Sowas sieht man nicht alle Tage. Danach darf man, wenn man mag, noch in die heiße Quelle gehen um sich aufzuwärmen.

Für mich war das der letzte Trip in San Pedro. Der Ort ist anders. So vielfältig. Zwischen einem Touristenhochpunkt, Armut und einer normalen Zivilisation inmitten der trockensten Wüste der Welt.

 

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